2008
Die Idee in Leipzig einen Verein zu gründen, der sich auf verschiedenartige Verwendung von Recycling-Materialien stützt, entsteht. Das Vorbild ist das damalige Kunststoffe-Projekt der Berliner workstation – Ideenwerkstatt e.V. Tatkräftige Unterstützung findet das Projekt beim Ökolöwen – Umweltbund Leipzig e.V., der zukünftig der Kooperationspartner der entstehenden Materialsammlung ist.
Die Idee ein Wohnprojekt mit Kulturraum in einer sozial benachteiligten Gegend aufzubauen, entsteht bei jungen Studenten aus Zürich auf der Durchreise.

Spätsommer
Durch Vermittlung von Christina Weiß (Lindenauer Stadtteilverein e.V.) treffen sich beide Gruppen im Hinterhof der Georg-Schwarz-Str. 9 und beschließen nach einigen Treffen, ihre Kräfte zu bündeln.

Winter
Eine Soliparty zugunsten der zukünftigen Vereinskasse und zur Finanzierung der anstehenden Vereinsgründung und der Renovierungsarbeiten findet im WG-Haus der Wolfgang-Heinze Straße statt.
Die erste Bauphase im ehemaligen Schmuckgeschäft Schöbel beginnt.

2009
Frühjahr
Die Vereinsgründung wird vorbereitet. Der weitaus intensivere Schritt sind Renovierung und Umbau des zukünftigen Kulturraums.

März
Am 23. März findet die Vereinsgründung im Schlechten Versteck statt. Christin Bauer, Tobias Bernet, Monika Eppelt, Daniela Nuß, Madleina Deplazes, Ivo Balmer, Dominik Steiner, Maria Gottwalt, Yves Prickler und Thorsten Doß sind die Gründungsmitglieder.

April
Eröffnung des ‚hinZundkunZ – Raum für Kultur und Begegnung‘ mit dem ersten Frübü – Frühstücksbuffet gegen Spende -, einem Nachbarschaftsempfang und dem Eröffnungskonzert mit Siggi Stern.
kunZstoffe sucht ein passendes Domizil in der Umgebung des hinZundkunZ für Materialsammlung und Werkstätten. Kontakte zu haushalten e.V. und LWB werden geknüpft. Zur Auswahl stehen schließlich Georg-Schwarz-Straße 7 und 10.

Juni
kunZstoffe schließt mit der LWB einen Erbbaupachtvertrag über die Georg-Schwarz-Straße 7 ab. Zusammen mit Jochen Gohlke beginnen die Grundsanierungsarbeiten in dem von allen Medien getrennten denkmalgeschützten Haus. Neue Strom- und Wasserleitungen werden gelegt.

Juli
kunZstoffe wird als gemeinnützig anerkannt.

Juli/August
Baucamp. Mit extrem hohem Einsatz wird mit workcampteilnehmern über Service Civic International aus Polen, der Ukraine und Deutschland eins der Hofgebäude wieder nutzbar gemacht. Sabina Mollenhauer betreut hervorragend die Freiwilligengruppe, Bäckerei Lukas und das Goetz-Haus helfen bei der kulinarischen Versorgung.
kunZstoffe gewinnt 3 Futuristenpreise ausgelost von dm für die Projekte hinZundkunZ, Materialsammlung und Werkstättenhaus.

September/ Oktober/ November
Die ersten Manufakturisten ziehen in die Georg-Schwarz-Straße 7 ein und renovieren ihre Räumlichkeiten. Der Verein schließt die alten Heizquellen wieder an, repariert Schornsteine, verglast neu die kaputten Fenster, fugt und mörtelt.
Das Büro in der 3. Etage wird eingerichtet. Auch globaLE e.V. – das globalisierungskritische Filmfestival zieht mit ein.
Teilnahme am Künstlerfest Lindenow mit Ausstellungen im hinZundkunZ und der Ladenebene des Vereinshauses. Große Apfelausstellung des Ökolöwen – Umweltbund e.V. im Laden des Vereinshauses.
kunZstoffe wird Gründungsmitglied der IG Kultur West, der Interessensgemeinschaft Kultur des Leipziger Westen.

Herbst/ Winter
Das hinZundkunZ hat ein regelmäßiges Programm von Donnerstag bis Sonntag: Barabende, Vokü, FrüBü, Konzerte, Tanzkurse.

Hier könnt Ihr einen kleinen Überblick zum Stand der Bau- und Entwicklungsmaßnahmen im hinZundkunZ und beim Manufakturistenhaus sehen (Ende 2009)

 

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Präsentation des Standes 2009 _ Infoblätter
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2010
Winter
Die Heizmöglichkeiten des hinZundkunZ sind den andauernd frostigen Temperaturen um -10 Grad nicht gewachsen: die Winterpause erstreckt sich bis in den April.

Januar
Das 14-tägig stattfindende Plenum wird Entscheidungs– und Diskussionsorgan des Vereins.
Der erste Georg-Schwarz-Straßen Workshop findet statt. Gemeinsam mit dem Lindenauer Stadtteilverein und dem Bürgerverein Leutzsch sitzt kunZstoffe als lokaler Akteur mit den verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung zusammen und arbeitet mit an einem Stadtteilentwicklungskonzept.

März
kunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt e.V. erhält den Leipziger Agenda-Preis 2010 in der Kategorie Projekte.

April
Mit dem FrüBü öffnet das hinZundkunZ nach der Winterpause. Die Renovierungsarbeiten am Vereinshaus gehen weiter. Die Materialsammlung füllt sich mit Stoffen von Leipziger Privatspendern.

Juni
Am 3.Juni findet der zweite Georg-Schwarz-Straßen Workshop statt. Arbeitsgruppen zu den Themen Gebäude, Verkehr und Städtebau+Grün werden gegründet, an denen sich kunZstoffe beteiligt.
Das von kunZstoffe organisierte GeorgSchwarZstraßenFestival findet am 19. Juni statt. Im Vorfeld erhalten die umliegenden Geschäfte und Anwohner schriftliche Einladungen, sich in die Vorbereitungen zum Festival mit einzubringen. Zusammen mit der 24-Stundenaustellung in der Georg-Schwarz-Straße 10 belebt sich die Straße an diesem Tag mit ungewöhnlich alternativ-künstlerischem Publikum.

August/ September
Gesellenprojekt des Freien Begegnungsschachts. Wandergesellen führen Workshops für arbeitslose Jugendlich und junge Erwachsene aus dem Leipziger Westen durch. Kooperation mit Casablanca e.V. und Politur e.V.
Der Verein stabilisiert die Mauern des zweiten Hinterhofgebäudes, die Gesellen des Freien Begegnungsschachts statten dieses mit einem begrünten Dach aus.

Herbst/ Winter
Zwei neue Projekte starten im Bereich Stadtteilentwicklung. Raik Zimmermann versucht mit „Graffiti legal“ Kinder und Jugendliche in den Prozeß der legalen Wohnumfeldgestaltung einzubeziehen. Stefan Schmidt übernimmt die Aufgabe die Geschichte der Georg-Schwarz-Straße fotografisch aufzuarbeiten. Er fotografiert den Jetzt-Zustand der Straße und legt dafür den Grundstein für ein langjähriges Fotografieprojekt. Die fotografische Vergangenheit fällt ebenfalls in den Fokus des Projektes.
Im November findet der dritte Georg-Schwarz-Straßen Workshop statt. Die Anzahl der Akteure hat sich inzwischen erweitert.
Der Umbau des Ladenlokals des Vereinshauses wird angegangen.

2011
Januar/ Februar/ März
Im Januar fällt der offizielle Startschuß zum Landmarkenprojekt, mit welchem die Georg-Schwarz-Straße durch künstlerische Landmarken in unverwechselbare Abschnitte geteilt wird. kunZstoffe engagiert sich im vorderen Teil der Straße, dem alten und zukünftigen Broadway.
Zeitgleich wird im hinZundkunZ in Veranstaltungen die Geschichte antifaschistischer Widerstandskämpfer wie Georg Schwarz erzählt und diskutiert.

April/ Mai/ Juni
Die Theatergruppe „Käfer“ probt regelmäßig im hinZundkunZ und zeigt die in mehreren Veranstaltungen auf dem Straßenfest und im Ladenraum der GSS7 ihre Aufführung. Das Frühjahr ist geprägt von den Aktivitäten interessierte Menschen in die GSS zu ziehen. Beim Häusertratsch treffen sich die Interessierten, Roman Grabolle zieht mit ihnen durch die Straße und versucht sie für die Häuser zu begeistern. Das Projektevernetzungstreffen der Hausprojekte Leipzig findet ebenfalls im hinZundkunZ statt. Wissensaustausch und konkrete Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen bilden sich. Das Straßenfest findet am 25.06. mit 2 Bühnen und 9 Bands statt. Das Wetter spielte mit und die Besucher strömten.

Herbst/Winter 2011
Der Herbst stand im Zeichen vermehrte Bautätigkeit. Mit Hilfe des Verfügungsfonds Georg-Schwarz-Straße konnten die Vereinsmitglieder mit viel Eigenleistungen die straßenseitige Hausfassade (ohne Ladenebene) und die Hauseingangstüre sanieren. Der Laden wurde von Monika Eppelt mühevoll saniert und am 11.11.11 als kunZ von kaufungen – die Manufakturwarengalerie eröffnet.
Die Reihe „Müllmanie“ machte Kinder der Umgebung mit den Umgang von Ressourcen sowie Techniken der Wiederverwertung von Restmaterialien vertraut. Im hinZundkunZ spielten u.a. die sinful saints, honey head oder cavetompers.  In Abendveranstaltungen referiert Rico Rokitte (Uni Halle) über Stadtteilentwicklung und Bürgerbeteiligung.

Frühjahr/Sommer 2012
Vor allem die workshop-Angebote nehmen 2012 stark zu. „Müllmanie“ läuft weiter, die Ferienwerkstatt „Alles Müll oder was?“ kommt hinzu, upcycling, workshops im Garn spinnen oder Fotografiekurse – das Angebot ist umfangreich. Im März ist die Buchmesse „Leipzig liest“ mit Autoren erstmals im hinZundkunZ und im kunZ von kaufungen zu Gast. Die dichter.com entdecken das hinZundkunZ und halten ab da regelmäßig Lesungen ab. Das Straßenfest wird diesmal bereits am 12.05. statt und wird wieder ein großer Erfolg. Im Juli bezieht die Materialsammlung das Ladengeschäft Georg-Schwarz-Straße 11 und heißt bald darauf krimZkrams und erhält aufgrund der besseren Sichtbarkeit größeren Zulauf.

Herbst/Winter 2012
Die Do-Bar Crew übernimmt das Veranstaltungsprogramm im hinZundkunZ. Jeden Donnerstag gibt es nun open stage, open mic oder Tischtennistuniere. Auch die Konzertschiene läuft unter ihrer Regie weiter. Die Georg-Schwarz-Straße rückt zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Das ARD-Mittagsmagazin besucht im Oktober die Materialsammlung. Studentengruppen aus dem In- und Ausland aber auch Jugendgruppen der Caritas interessieren sich nun für die alternativen Projektansätze und besuchen den Verein. Im hinZundkunZ findet die Veranstaltung „Stadtteilentwicklung und Wohnprojekte“ statt.

Frühjahr/Sommer 2013
Wieder ist die Buchmesse „Leipzig liest“ im hinZundkunZ und im kunZ von kaufungen mit Autoren zu Gast. Das Straßenfest findet diesmal bereits am 04.05.2013 statt, um der Festivalsaison vorzugreifen. Trotz Veranstaltungen in der näheren Umgebung kommen Tausende. Erneut findet ein Baucamp des SCI statt. Diesmal baut die Gruppe aber ein Boot aus Restmaterialien, mit dem sie am Badewannenrennen am Völki teilnimmt und glorreich untergeht. Upcycling und Ressourcenschutz werden zunehmend interessant in den Schulen, Kindergärten und in der Erzieherausbildung. Die Abschlußklasse der Blindowschulen absolviert einen workshop zu diesen Themen. Eine neue Veranstaltungsreihe „LesebühneGoesOpenAirBeiFreunden“ startet. Literaten der verschiedenen Lesebühnen Leipzigs treffen sich im Hinterhof und lesen ihre Werke.

 

Danke an:
– Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V.
– workstation – Ideenwerkstatt Berlin e.V. (Frauke Hehl)
– Kunst-Stoffe – Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien (Corinna Vosse)
– Lindenauer Stadtteilverein e.V.  (Christina Weiß)
– Jochen Gohlke (1962 – 2012)
– HausHalten e.V.
– den Gesellen des Freier Begegnungsschacht
– Quartiersmanagement Leipziger Westen
– SCI, den Freiwilligen und Sabina Mollenhauer
– Quartiersmanagement Leipziger Westen
– Jugendamt Leipzig
– Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbau
– LWB