kunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt e.V. gründete sich 2009. Zu Beginn gab es zwei Ideen die umgesetzt werden sollten.

Zum einem war die Etablierung eines „Raumes für Kultur und Begegnung“ in gerade zu jener Zeit kulturell schwer vernachlässigten Georg-Schwarz-Straße eines der Vereinsziele, welches wir mit dem hinZundkunZ verwirklichten.

Das andere war der Aufbau einer Materialsammlung als aktiver Beitrag zur Ressourcennutzung in der Stadt. Die letztendlich gefundenen Räumlichkeiten, in dem vom Verein für 99 Jahre gepachteten Haus Georg-Schwarz-Strasse 7, führten zu einer weiteren Vereinsaufgabe. Der Errichtung eines Werkstättenhaus, in dem angstfreies – da keinen Verwertungszwängen ausgesetztes – Ausprobieren durch Manufakturisten ermöglicht wird. Damit all diesen Ideen eine erfolgreiche Existenz beschieden ist, machten wir uns gemeinsam mit anderen Akteuren folgerichtig an das alles umspannende Arbeitsfeld: die Stadtteilentwicklung von unten.

Ziele der kunZstoffe

Das Hauptziel der kunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt e.V. lässt sich unter dem Schlagwort Teilhabe zusammenfassen. Ob es die Teilhabe an spendenbasierten Kultur- und Begegnungsangeboten im hinZundkunZ ist, die Möglichkeiten des sinnvoll Tätigseins für Manufakturisten und Workshop-Teilnehmer, der freien Nutzung der gesammelten Restmaterialien zur kreativen Gestaltung oder die Möglichkeit das eigene Lebens- und Arbeitsumfeld aktiv mitzugestalten – alles spiegelt unser Streben Teilhabe für alle zu generieren.

Das zweite Ziel – brachliegende Ressourcen zu nutzen – ergab sich notwendigerweise aus dem ersten. Da uns, wie wahrscheinlich den meisten ideell arbeitenden Initiativen, wenig finanzielle Mittel zur Umsetzung unserer Ideen zur Verfügung stehen, konzentrieren wir uns auf das Naheliegende – verwerten, was schon da ist. Und das ist eine ganze Menge. Leerstehende Häuser gab es etliche in Leipzig, die einem Vorhaben wie unserem förderlich sind, ebenso wie Ladengeschäfte, die sich in einen wahrnehmbaren Kulturraum umwandeln lassen. Genauso wie die Restmaterialien, die sich in Privathaushalten ansammeln und die -zumindest für die ältere Generation die Mangel kennt- zu schade zum Wegwerfen sind. Wir, Handwerker, Künstler oder Erzieher auf der Suche nach Bastelmaterial für die Kinder verwerten es.

Dies soll sich aber nicht nur auf eine kleine Enklave beschränken. Wir wollten der Georg-Schwarz-Strasse wieder zu einem lebendigen Flair verhelfen, in der sich gern Menschen ansiedeln. Die kleinen Läden sollten wieder genutzt werden und zwar nicht von den diversen Ketten und Discountern, die alle Straßen in allen Städten so auswechselbar und langweilig machen. Deshalb bestand unser Ziel auch darin, aktive und alternative Gruppen und Nutzer in die Strasse zu locken, die dann wiederum mit eigenen Ideen, Entwürfen und Projekten die positive Entwicklung des Stadtteils beeinflussen. In den letzten 4 Jahren sind wir diesem Ziel ein großes Stück näher gekommen. Die leerstehenden Häuser im vorderen Teil der Georg-Schwarz-Straße haben nun neue handlungsfähige Besitzer erhalten, neue aktive Leute sind hinzugekommen.