Für unsere Projekte hatten wir uns 2009 eine ziemlich tote Ecke von Leipzig ausgesucht. Das kam eher zufällig. Ein Teil der Vereinsmitglieder wohnte dort, die Möglichkeit an Projekträume ranzukommen – innerhalb unserer finanziellen und handwerklichen Möglichkeiten – war dort am vielversprechensten.
Deshalb kam ganz von selbst die Aufgabe auch die Stadtteilentwicklung in den Fokus unserer Aufgaben zu stellen. Leerstand, Ödnis und Verfall sahen wir positiv – die Möglichkeit zu gestalten und Pionier zu sein.

Das wir dies auf die Dauer nicht allein stemmen konnten war uns natürlich bewußt. Deshalb hatten wir von Anfang an im Sinn andere Projekte und Akteure an zulocken, die sich mit uns gemeinsam für die Entwicklung des Stadtteils einsetzen. Die leeren Ladengeschäfte und Häuser um uns herum sahen wir als Chance, nicht als Mangel. Um Öffentlichkeit für die Potentiale in der Georg-Schwarz-Strasse herzustellen, veranstalten wir das Georg-Schwarz-Straßen-Festival. Das Festival verfolgt zwei Ziele. Die aktive Einbindung der noch vorhandenen Nachbarschaft zu erreichen (sofern sie sich von unseren Angeboten erreichen lassen möchte)  und neue Gruppen in die Georg-Schwarz-Straße zu locken, die sich hier niederlassen und mit uns die „Stadtteilentwicklung von unten“ vorantreiben und ihre eigenen Projekte umsetzen. Wir hatten von Anfang an mit dem Lindenauer Stadtteilverein und dem Leutzscher Bürgerverein Partner vor Ort, die sich mit uns gemeinsam der Stadtteilentwicklungsaufgabe widmen. Zudem hatte auch die Stadt starkes Interesse daran die Georg-Schwarz-Strasse aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken und v.a. die gefährdete Altbausubstanz zu retten. So entwickelten sich Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen wie Häuser, Stadtgrün und Verkehr, sowie die Georg-Schwarz-Strassen-Workshop Reihe in denen wir mitarbeiten. Genaueres zu diesen Aktivitäten und Zwischenergebnissen findet man auf der Georg-Schwarz-Straßen-Webseite (www.georg-schwarz-strasse.de)

In den letzten vier Jahren ist eine Menge passiert. Im vorderen Teil der Georg-Schwarz-Straße standen 2009 die Häuser mit den Nr. 7, 10, 11, 12, 17, 18, 19, 21 sowie die Erich-Köhn-Str. 65 seit vielen Jahren komplett leer und niemand interessierte sich für diese Häuser. Die Georg-Schwarz-Straße hatte kein gutes Image in der Stadt. Etwas zeitversetzt wurden zunächst die Georg-Schwarz-Straße 7 von uns und dann die Georg-Schwarz-Str. 10 von Rockzipfel e.V. wieder belebt.  Kulturelle Veranstaltungen des hinZundkunZ, die Möglichkeiten des Werkstättenhaus und das Straßenfest sorgten nach und nach für neues Interesse gerade von Menschen, die sich ebenfalls auf der Suche nach gestaltbaren Räumen befanden. Nach und nach erhielten die verlassenen Häuser wieder handlungsfähige- und willige Besitzer. Viele der Häuser befinden sich in kollektiven Eigentum und werden nicht wieder zurück an den Markt gehen. Neue soziokulturelle Akteure und Ladenkonzepte haben sich angesiedelt, die Georg-Schwarz-Straße strahlt zumindest im vorderen Bereich eine neue Attraktivität auf Ansiedelungswillige aus.

kunZstoffe e.V. unterstützte die Neuansiedler auch ganz konkret. Ob Werkzeuge, know how, Kontakt, Strom, Wasser oder Toilettenbenutzung half vielen unserer neuen Nachbarn in der ersten Bauphase. Mittlerweile sind wir ein Projekt von vielen und freuen uns darüber.