Darum geht’s

Sowohl Kunden als auch Akteure der Modeindustrie wünschen sich eine faire, transparente und ressourcenschonende Textilproduktion. Die Region Leipzig bietet hierfür vielfältiges, ungenutztes Potential im Bereich Handarbeit.

Wir möchten bei unserem Kongress für Handarbeit und nachhaltige Textilien drei Akteurs-Gruppen der Textilindustrie zusammenbringen – Handarbeitende, Materiallieferant*innen und Produzent*innen – und so eine regionale Vernetzung erreichen und die Handarbeits-Community sichtbar machen. Gerade in Leipzig ist die Sichtbarmachung und Vernetzung der Akteure der Textil – Branche besonders dringlich:

1) Die Region war vor der Wende der Standort einer vielfältigen Textilwirtschaft und ist durch Textiltradition geprägt. Hier leben immer noch viele Handarbeiter*innen, die an den Produktionsstätten der DDR ausgebildet wurden. Auf dem heutigen Arbeitsmarkt sind diese Arbeitskräfte weder sichtbar noch abrufbar, und ihre Erfahrungen gehen für jüngere Generationen verloren.
Leipzig zeichnet sich durch eine hohe Dichte an professionell und semiprofessionell Tätigen innerhalb der Branche aus und trifft auf eine hohe Nachfrage nach regional und ressourcenschonend hergestellten Textilien.

2) Schäfer*innen, Landwirt*innen und Förster*innen in der Region verfügen über Material, das zum Teil ungenutzt weggeworfen wird, da sie keine Abnehmer, bspw. für ihre Wolle, finden.

3) In der Region gibt es mehrere Ausbildungsstätten und Studiengänge im Bereich Kunst/Design/Modedesign (z.B. Burg Giebichenstein Halle, Hochschule für Kunst und Buchdruck Leipzig), sowie Schneider*innen, für die als Produzent*innen von morgen eine nachhaltige Fertigungskette interessant ist.

Von einer Vernetzung profitieren mehrere Stellen auf mehreren Ebenen:

  • Die Umwelt: Eine regionale Textilproduktion ist ressourcenschonender als eine Produktionskette, die sich über größere Entfernungen erstreckt.
  • Designer*innen und Schneider*innen können für die Herstellung von Produkten auf regionale Kontakte zurückgreifen. Das ermöglicht Transparenz sowie kurze Transport- und Kommunikationswege.
  • Endverbraucher*innen mit Interesse an Nachhaltigkeit können die Herkunft ihrer Produkte nachvollziehen.
  • Als Gegenbewegung zur Globalisierung, die die Märkte und Produkte gleichmacht, pflegt und belebt die Community lokale Besonderheiten sowie individuelle Produkte und wirkt identitätsstiftend
  • Privatkund*innen können mittels der Community aus der Region Wolle, Stoffe oder fertige Produkte beziehen
  • Synergien, Austausch und Vernetzung können hochwertige, marktgeeignete, nachhaltige Produkte hervorbringen.
  • Die Community kann ein breites und leicht zugängliches Workshop-Angebot schaffen für Bildungsträger uvm.
  • Bildung: Altes Können und Tradition werden an die junge Generation weitergegeben
  • Handarbeitende erfahren Wertschätzung, erleben Teilhabe
  • Handarbeitende erzielen ein Einkommen
  • Die Kulturlandschaft erweitert sich, zieht neue Akteur*innen an und schafft neue Gestaltungsräume.


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#engmaschig – Kongress für Handarbeit und nachhaltige Textilien ist ein Projekt von kunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt e.V. in Kooperation mit dem GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig. Es ist gefördert durch Fonds Nachhaltigkeitskultur des Rats für nachhaltige Entwicklung.